„Was Fritzchen nicht lernt, lernt Fritz nimmermehr“. Damit hĂ€tten wir eines der gĂ€ngigsten Vorurteile gegen den Fremdsprachenerwerb im höheren Alter in einer Spruchweisheit zusammengefasst. Studien von Sprachwissenschaftlern haben aber wieder und wieder bewiesen, dass es keinesfalls so ist, dass Sprachenlernen nur in einer sensiblen Phase in jungen Jahren möglich ist. Lernen ist lebenslang möglich und heute mehr denn je eine Notwendigkeit. Die Geschwindigkeit, mit der unsere Lebensumwelt sich verĂ€ndert, macht bei jedem einzelnen die Bereitschaft zur Fortbildung unentbehrlich.

Auch die BefĂŒrchtung, mit dem Erlernen einer weiteren Sprache ginge wertvoller Speicherplatz im Hirn fĂŒr andere Dinge verloren, lĂ€sst sich noch vereinzelt antreffen, entbehrt aber jeder Grundlage. Es scheint, als sei das Gegenteil der Fall. Studien mit Kindern und Jugendlichen haben gezeigt, dass Mehrsprachigkeit auch in vielen anderen Bereichen Vorteile abwirft. Übrigens wĂ€chst der grĂ¶ĂŸte Teil der Weltbevölkerung ganz natĂŒrlich mit mehreren Sprachen auf. Man denke nur an den afrikanischen Kontinent aber auch an europĂ€ische Nachbarn wie Luxemburg, Belgien und die Schweiz. Das Beharren auf Einsprachigkeit in der Bundesrepublik Deutschland lĂ€sst sich aus der Tradition dieses Landes vielleicht erklĂ€ren (Nationalstaatsgedanke), unzeitgemĂ€ĂŸ ist es aber allemal.

Wer befĂŒrchtet, der Erwerb einer Fremdsprache bedeute sinnentleertes und monotones Pauken, dem sei die Angst genommen. Moderne Fremdsprachendidaktik begreift Sprache als ein Instrument des Handelns und der Interaktion mit der Umwelt. Konsequenterweise wird die Fremdsprache handelnd in verschiedenen Situationen entdeckt.

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